HERZSICHER AED-Register für Bayern: Testphase offiziell gestartet

Das neue Reg­is­ter für Defib­ril­la­toren in Bay­ern wurde heute in Kloster Banz offiziell ges­tartet. Die Stan­dorte wer­den nun alle erfasst, die Dat­en vali­diert. Ab 1. März 2027 soll so im Falle eines Herzstill­stands der nächst gele­gene, ein­satzbere­ite Defib­ril­la­tor ohne Zeitverzögerung zuver­läs­sig aufge­fun­den wer­den kön­nen. Nach meinem Dafürhal­ten ist dies ein Quan­ten­sprung und Meilen­stein für die Ret­tung von Men­schen­leben in Bay­ern. Auch die Dachauer Ärzte Dr. Fred­er­ic William und Dr. Chris­t­ian Günzel haben sich hier­für seit Jahren einge­set­zt und entsprechend berat­en. Näheres lesen Sie in nach­fol­gen­der Pressemit­teilung. Überdies ste­he ich Ihnen – am besten unter 0162/8059392 — gerne für Fra­gen zur Verfügung.


Pressemit­teilung
23.9.2026

HERZSICHER AED-Reg­is­ter für Bay­ern: Test­phase offiziell gestartet

Neues Reg­is­ter soll ver­lässlichen Überblick über Defib­ril­la­toren schaf­fen und als Mod­ell für ganz Deutsch­land dienen

Vertreterin­nen und Vertreter der CSU-Land­tags­frak­tion, der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzs­tiftung haben heute im Kloster Banz die Test­phase des HERZSICHER AED-Reg­is­ters für Bay­ern ges­tartet. Ziel ist ein lan­desweites, ein­heitlich­es und leis­tungs­fähiges Reg­is­ter, das Stan­dorte und wichtige Infor­ma­tio­nen zu automa­tisierten exter­nen Defib­ril­la­toren (AED) zen­tral erfasst und für Nutzerin­nen und Nutzer zugänglich macht. Das Reg­is­ter kön­nte damit per­spek­tivisch als Mod­ell für eine bun­desweite Lösung dienen.

Bei einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand zählt jede Minute. Eine sofor­tige Herz­druck­mas­sage und der frühzeit­ige Ein­satz eines AEDs kön­nen die Über­leben­schan­cen deut­lich verbessern. Den­noch wer­den AEDs bei außerklin­is­chen Herz-Kreis­lauf-Still­stän­den in Deutsch­land bis­lang ver­gle­ich­sweise sel­ten einge­set­zt. Das Prob­lem: Infor­ma­tio­nen über vorhan­dene Geräte und deren Zugänglichkeit sind häu­fig nicht zuver­läs­sig und ein­heitlich verfügbar.

Ein AED kann nur helfen, wenn er im entschei­den­den Moment gefun­den und genutzt wer­den kann. Dafür brauchen wir ver­lässliche Infor­ma­tio­nen: Wo ste­ht das Gerät, wann ist es zugänglich und ist es ein­satzbere­it? Genau hier set­zt das HERZSICHER AED-Reg­is­ter an“, sagt Kate­ri­na Malliou, Geschäfts­führerin HERZSICHER bei der Björn Steiger Stiftung.

Klaus Holetschek, CSU-Frak­tionsvor­sitzen­der:
„Ger­ade die mögliche Verknüp­fung mit Kar­ten­di­en­sten wie GoogleMaps für die Stan­dorte von Defib­ril­la­toren ist für Ers­thelfer von hohem Nutzen und kann Leben ret­ten, wenn es um Leben und Tod geht. Die CSU-Frak­tion hat dieses Pro­jekt bere­its seit vie­len Jahren begleit­et und unter­stützt. Der Freis­taat stellt für den Auf­bau der zen­tralen Daten­bank 340 000 Euro bere­it. Mit der flächen­deck­enden Daten­bank und ein­heitlichen Stan­dards für unsere Blaulicht­fam­i­lie und Leit­stellen sind wir damit bun­desweit­er Vorreiter.“

Bern­hard Sei­de­nath, gesund­heit­spoli­tis­ch­er Sprech­er der CSU-Frak­tion, der bere­its seit dem Jahr 2013 für ein Defikataster für Bay­ern kämpft, unterstreicht:
„In Deutsch­land erlei­den jährlich rund 65.000 Men­schen einen außerklin­is­chen Herz-Kreis­lauf­still­stand — mehr als 10.000 Men­schen­leben kön­nten gerettet wer­den, wenn sofort mit der Wieder­bele­bung begonnen würde. Entschei­dend ist deshalb, dass Ers­thelfer schnell han­deln kön­nen und eben­so schnell wis­sen, wo der näch­ste Defib­ril­la­tor zu find­en ist. Deshalb brauchen wir ein flächen­deck­endes Defikataster in Bay­ern. Mit dem HERZSICHER AED-Reg­is­ter kom­men wir diesem Ziel jet­zt einen entschei­den­den Schritt näher. Das Pro­jekt der Ini­tia­tive HERZSICHER der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzs­tiftung unter­stützen wir deswe­gen sehr gerne — auch mit Mit­teln, die wir zu diesem Zweck in den Bay­erischen Staat­shaushalt eingestellt haben: zum Wohle der Men­schen in Bay­ern. Denn im Ern­st­fall gilt: Drück­en hil­ft – und ein schnell ver­füg­bar­er Defib­ril­la­tor kann Leben ret­ten! Für jedes gerettete Men­schen­leben hat sich die Mühe dann schon gelohnt!“

Sascha Schnür­er, Abge­ord­neter der CSU-Fraktion:
„Entschei­dend bei diesem Pro­jekt sind die tech­nis­chen Schnittstellen und die effiziente Verknüp­fung von vie­len zur Ver­fü­gung ste­hen­den Dat­en. Das alles verbinden wir mit ein­er gebün­del­ten Abbil­dung auf dig­i­tale Karten und Nav­i­ga­tion­s­geräte – für Bürg­erin­nen und Bürg­er als Ers­thelfer genau­so wie für Leit­stellen, die Ein­sätze koordinieren.“

Ver­lässliche Dat­en für den Ernstfall
Im Mit­telpunkt des Reg­is­ters ste­hen aktuelle und möglichst voll­ständi­ge Infor­ma­tio­nen zu den vorhan­de­nen AEDs. Dazu gehören unter anderem Stan­dort, Zugänglichkeit und Betrieb­szeit­en. Auch Infor­ma­tio­nen wie Zugangscodes oder der aktuelle Betrieb­ssta­tus kön­nen hin­ter­legt werden.

Neben den Bürg­erin­nen und Bürg­ern kön­nen Ers­thelfer­sys­teme, Ret­tungsleit­stellen und weit­ere Ini­tia­tiv­en im Bere­ich der Herzsicher­heit von dem neuen Reg­is­ter prof­i­tieren. Je nach Berech­ti­gung kön­nen Nutzerin­nen und Nutzer fes­tle­gen, welche Min­des­tin­for­ma­tio­nen ein AED erfüllen muss, um bei ein­er Abfrage berück­sichtigt zu werden.

Ein weit­er­er Vorteil: Neben öffentlich zugänglichen Stan­dort­in­for­ma­tio­nen kön­nen im Reg­is­ter auch geschützte Dat­en hin­ter­legt wer­den. Dazu gehören beispiel­sweise Ansprech­part­ner­in­nen und Ansprech­part­ner für einzelne AEDs ein­schließlich ihrer Kon­tak­t­dat­en. Diese Infor­ma­tio­nen ste­hen auss­chließlich autorisierten Nutzerin­nen und Nutzern zur Ver­fü­gung. So kön­nen bei einem Ein­satz, einem Dieb­stahl oder anderen Vorkomm­nis­sen schnell die zuständi­gen Per­so­n­en informiert werden.

Damit unter­schei­det sich das Reg­is­ter von offe­nen Karten­sys­te­men wie Open­StreetMap, in denen meist nur öffentlich zugängliche Stan­dort­in­for­ma­tio­nen wie Adresse oder Koor­di­nat­en angegeben sind.

Unter­schiedliche Daten­quellen zusammenführen
Das HERZSICHER AED-Reg­is­ter ist dabei offen für die Anbindung beste­hen­der Reg­is­ter, lokaler Ini­tia­tiv­en und weit­er­er Sys­teme. Der Date­naus­tausch kann in bei­de Rich­tun­gen erfolgen.

AED-Stan­dorte kön­nen auf unter­schiedlichen Wegen in das Reg­is­ter aufgenom­men wer­den: über den Upload struk­turi­ert­er Dat­en, über tech­nis­che Schnittstellen zwis­chen ver­schiede­nen Soft­waresys­te­men oder direkt vor Ort über eine Smartphone-Anwendung.

Dabei muss ein neuer Ein­trag nicht von Beginn an voll­ständig sein. Auch ein AED-Stan­dort, zu dem zunächst beispiel­sweise nur die Adresse bekan­nt ist, kann erfasst wer­den. Weit­ere Infor­ma­tio­nen wie Her­steller, Mod­ell, Seri­en­num­mer oder Öff­nungszeit­en kön­nen anschließend ergänzt und ver­i­fiziert wer­den. Ziel ist es, die Daten­qual­ität Schritt für Schritt zu verbessern.

Per­spek­tivisch sollen die ver­lässlichen Stan­dort­dat­en auch automa­tisiert in Kar­te­nan­wen­dun­gen wie Open­StreetMap sicht­bar gemacht wer­den kön­nen. So soll aus unter­schiedlichen Daten­quellen Schritt für Schritt ein möglichst voll­ständi­ges und aktuelles Bild der AED-Ver­sorgung in Bay­ern entstehen.

Ein Reg­is­ter ist nur so gut wie seine Dat­en. Deshalb geht es mit dem Start der Test­phase nicht nur darum, möglichst viele AEDs zu erfassen. Entschei­dend ist, die Infor­ma­tio­nen dauer­haft aktuell und ver­lässlich zu hal­ten“, betont Dr. Sinann Al Najem von der Deutschen Herzstiftung.

Test­phase startet – Go-Live für März 2027 geplant
Mit dem Start der Test­phase wird das Reg­is­ter zunächst unter realen Bedin­gun­gen erprobt und weit­er­en­twick­elt. Dabei geht es unter anderem darum, Dat­en aus unter­schiedlichen Quellen zusam­men­zuführen, Prozesse zur Qual­itätssicherung zu etablieren und die tech­nis­che Anbindung weit­er­er Sys­teme vorzubereiten.
Der reg­uläre Go-Live von HERZSICHER – das AED-Reg­is­ter für Bay­ern ist für den 1. März 2027 vorgesehen.

Über HERZSICHER
HERZSICHER ist eine gemein­same Ini­tia­tive der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzs­tiftung. Ziel ist, die Laien­re­an­i­ma­tion­squote in Deutsch­land sig­nifikant zu erhöhen. Denn mit jed­er Minute ohne Wieder­bele­bung sinkt die Über­leben­schance bei einem plöt­zlichen Herzstill­stand um rund zehn Prozent. In 45-minüti­gen kosten­freien Schu­lun­gen wird nieder­schwellig und prax­is­nah ver­mit­telt, wie Herz­druck­mas­sage und der Ein­satz eines Defib­ril­la­tors funk­tion­ieren. Zer­ti­fizierte Train­er besuchen Unternehmen, Vere­ine und Pri­vathaushalte, um die Train­ings am gewün­scht­en Ort durchzuführen.
2001 set­zte sich die Björn Steiger Stiftung mit „Kampf dem plöt­zlichen Herz­tod” erst­mals für die sys­tem­a­tis­che Ver­bre­itung von Wieder­bele­bungswis­sen ein. 2015 etablierte die Deutsche Herzs­tiftung ihr Pro­gramm „Leben­sret­ter wer­den”. Um möglichst viele Men­schen zu erre­ichen, bün­del­ten bei­de Stiftun­gen ihre Aktiv­itäten und treten seit Mai 2025 gemein­sam unter der Marke HERZSICHER auf.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen unter www.herzsicher.de.