Hebammen stärken – CSU-Fraktion fordert höhere PKV-Vergütung als Ausgleich für Einbußen durch den Hebammenhilfevertrag

Der Hebam­men­hil­fever­trag, der zum 1. Novem­ber 2025 bun­desweit in Kraft getreten ist, hat für freiberu­fliche Beleghe­bam­men erhe­bliche Einkom­mensver­luste mit sich gebracht. Die Abrech­nungszen­trale für Hebam­men (AZH) bez­if­fert die Ein­bußen auf rund 12 Prozent pro Geburt. Die CSU-Frak­tion im Bay­erischen Land­tag han­delt: Mit einem Antrag fordert sie die Staat­sregierung auf, die bay­erische Hebam­menge­bühren­verord­nung zeit­nah zu ändern und den Vergü­tungs­fak­tor für Leis­tun­gen gegenüber pri­vatver­sicherten Pati­entin­nen von derzeit 2,0 auf 2,3 anzuheben.

Freiberu­fliche Hebam­men, die Pri­vat­pa­ti­entin­nen betreuen, rech­nen ihre Leis­tun­gen auf Basis der Hebam­menge­bühren­verord­nung ab – einem Regelungs­bere­ich, der auss­chließlich in der Hand der Län­der liegt. Angesichts der finanziellen Belas­tun­gen durch den Hebam­men­hil­fever­trag ist es aus Sicht der CSU-Frak­tion eine Frage der poli­tis­chen Ver­ant­wor­tung, diesen Hebel jet­zt zu nutzen. Eine Anhebung des Fak­tors auf 2,3 schafft einen teil­weisen Aus­gle­ich und set­zt ein klares Sig­nal der Wertschätzung gegenüber einem Beruf­s­stand, der für eine gute geburtshil­fliche Ver­sorgung in Bay­ern unverzicht­bar ist. Der Auss­chuss für Gesund­heit, Pflege und Präven­tion wird den Antrag kom­menden Dien­stag behandeln.

Klaus Holetschek, Vor­sitzen­der der CSU-Frak­tion im Bay­erischen Land­tag: „Der Hebam­men­hil­fever­trag hat für unsere freiberu­flichen Beleghe­bam­men spür­bare Ein­bußen gebracht – das kön­nen wir nicht ein­fach hin­nehmen. Die CSU-Frak­tion hat das The­ma immer wieder auf die Agen­da geset­zt, ob mit dem Hebam­men­bonus, der Nieder­las­sung­sprämie oder unseren früheren Land­tags­beschlüssen auch in Rich­tung Bund: Bay­ern ste­ht an der Seite der Hebam­men. Zudem machen wir das, was wir in Bay­ern selb­st regeln kön­nen: Wir erhöhen den Vergü­tungs­fak­tor für pri­vatver­sicherte Pati­entin­nen von 2,0 auf 2,3 – so wie Schleswig-Hol­stein und Baden-Würt­tem­berg es bere­its getan haben. Bay­ern darf hier nicht zurückstehen.”

Bern­hard Sei­de­nath, gesund­heit­spoli­tis­ch­er Sprech­er der CSU-Frak­tion: „In Bay­ern wer­den rund 80 Prozent aller Geburten von freiberu­flichen Beleghe­bam­men begleit­et. Das zeigt, welche tra­gende Rolle sie für unsere geburtshil­fliche Ver­sorgung spie­len. Wer eine flächen­deck­ende Geburtshil­fe sich­ern und diesen Beruf attrak­tiv hal­ten will, muss deshalb auch für faire Vergü­tung und ver­lässliche wirtschaftliche Rah­menbe­din­gun­gen sor­gen. Den Vergü­tungs­fak­tor auf 2,3 anzuheben, ist ein konkreter, umset­zbar­er Schritt, den Bay­ern jet­zt gehen muss. Gle­ichzeit­ig bleibt der Bund gefordert, für eine dauer­haft faire Vergü­tung zu sorgen.“

Car­oli­na Traut­ner, stel­lvertre­tende Vor­sitzende im Arbeit­skreis für Gesund­heit, Pflege und Präven­tion und Vor­sitzende des Lan­des­ge­sund­heit­srats: „Hebam­men begleit­en Frauen und Fam­i­lien in ein­er der sen­si­bel­sten und prä­gend­sten Phasen ihres Lebens. Sie geben Sicher­heit, schaf­fen Ver­trauen und sind oft schon während der Schwanger­schaft und bis weit nach der Geburt wichtige Ansprech­part­ner­in­nen. Diese wertvolle Arbeit ver­di­ent nicht nur Anerken­nung, son­dern auch eine faire Bezahlung. Wenn sich immer mehr Hebam­men aus wirtschaftlichen Grün­den aus der Geburtshil­fe zurückziehen, sind es am Ende die wer­den­den Müt­ter und jun­gen Fam­i­lien, die darunter lei­den. Deshalb müssen wir jet­zt han­deln. Jede Frau in Bay­ern soll sich darauf ver­lassen kön­nen, rund um die Geburt gut und wohnort­nah betreut zu wer­den – unab­hängig davon, wo sie lebt und wie sie ver­sichert ist.“