GPA-Botschaft der Woche

Grafik: Annika Trautner
Hüft- oder Knie-Gelenke nicht vorschnell durch Endoprothesen ersetzen!
Deutschland ist Spitzenreiter bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken: 2024 wurden 450.000 eingesetzt. Das sind 50% mehr als vor 10 Jahren und – je Einwohner – fast doppelt so viele wie in anderen OECD-Ländern. Beim Hüft- oder Kniegelenk-Ersatz wird bei uns also zu schnell und zu oft operiert. Endoprothesen sind für Kliniken offenbar ein gutes Geschäft – dies zeigt sich auch in vielen Anmeldungen für die neuen Endoprothetik-Leistungsgruppen. Aktuell entwickelt sich zudem der fatale Trend, gleich 2 Gelenke gleichzeitig zu ersetzen. Das bringt für Patienten Nachteile: Die frühe Mobilisierung — 2 bis 3 Stunden nach der OP wieder laufen zu können – leidet, zudem vervierfacht sich das Infektionsrisiko – von unter 1% bei einer Endoprothese auf 4% bei gleichzeitigem Ersatz von 2 Gelenken. Neue gelenkerhaltende Behandlungsmethoden — etwa Fettstammzellen-Transplantationen — können Prothesenoperationen hinauszögern oder gar überflüssig machen. Daher: nicht vorschnell operieren! Gelenkersatz ist kein Reifenwechsel!

